Folge 13 · Gregor Labahn

Ich trade nur, wenn nichts von mir es will: Gregor Labahn über die 90-Prozent-Mindset-Regel im Trading (Ex-UBS, Ex-Berenberg)

Wie ein ehemaliger institutioneller Trader der UBS und von Berenberg mit seinem MOMA-System lernte, sich selbst aus dem eigenen Weg zu räumen.

Gregor Labahn hat Jahre für UBS und Berenberg Milliarden bewegt – als Market Maker an der Börse Düsseldorf, als Senior-Aktienhändler und als Trading Advisor für Kunden mit über 100 Millionen Vermögen. Heute sagt er: Trading-Erfolg entscheidet sich zu 90 Prozent im Kopf, nicht am Einstiegssignal. Und der wichtigste Teil dieser Arbeit besteht darin, die eigene Person vom eigenen Trade zu trennen.

„Ich kann sowohl als Trader permanent verlieren, ich kann sogar als Trader scheitern und ich kann trotzdem als Mensch bestehen und gut sein und wertvoll sein."
– Gregor Labahn

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Was hat Gregor Labahn zu diesem Thema gesagt? Die KI durchsucht diese Folge und alle anderen nach seinen Original-Aussagen – mit Timestamp und Fundstelle.

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Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die 90-Prozent-Regel: Trading-Erfolg entscheidet sich laut Gregor Labahn überwiegend im Kopf – und selbst von den restlichen 10 Prozent bleibt der Einstieg der unwichtigste Teil. Seine Reihenfolge: Mindset, Position Sizing, Ausstieg, erst dann Einstieg.
  • MOMA-Checkliste: Me, Operations, Markets, Account – die tägliche Struktur, mit der Gregor Labahn vor dem Handeln prüft, ob er handlungsfähig ist, ob seine Prozesse stehen, ob der Marktkontext zu seiner Strategie passt und wie seine Performance-Matrix aussieht.
  • Risk Multiples: „dein Ergebnis ist immer ein Vielfaches von deinem Risiko, was du eingegangen bist.“ Nicht die Rendite bewertet den Trade, sondern das Verhältnis zum eingegangenen Risiko.
  • Marble Game: Im Murmelspiel bekommen alle Teilnehmer denselben simulierten Trade – am Ende ist einer pleite und ein anderer hat Millionen. Allein die Positionsgröße macht den Unterschied.
  • A-, B- und C-Version: Wer morgens seine Kinder anschreit und im Straßenverkehr eskaliert, kommt bereits als C-Version am Trading-Desk an – und muss sich erst zurückholen, bevor er handeln darf.
  • Resulting-Falle: Ein gutes Ergebnis macht eine Entscheidung nicht automatisch richtig. Der Lottogewinner hat keine gute Entscheidung getroffen, er hatte Glück.
  • Selbstverantwortung: „ich bin für mein eigenes Handeln verantwortlich.“ Auch die Wahl des falschen Börsenbriefs oder des falschen Coaches bleibt die eigene Entscheidung.

Vom Optionsschein-Parkett in Düsseldorf zum Mindset-Coach für Trader

Gregor Labahn ist ohne familiären Bezug zur Börse in den Handel eingestiegen – der Impuls dazu kam, wie er selbst sagt, „nicht familiengetrieben“. Statt einer Banklehre machte er direkt die Börsenhändlerkarte und begann als Market Maker im Optionsscheinbereich an der Börse Düsseldorf, bei der damals größten Maklerfirma für Optionsscheine in Deutschland. Von dort führte sein Weg über den Broker der Crédit Agricole als Senior-Aktienhändler und technischer Analyst bis zur UBS, wo er als Trading Advisor mit Privatkunden ab 100 Millionen Vermögen deren Trading-Ideen besprach und umsetzte. Letzte institutionelle Station war Berenberg in Hamburg. Parallel bildete er sich immer wieder in den USA weiter – unter anderem persönlich bei der Traderin Linda Raschke sowie in einem 28-tägigen 1:1-Mastery-Programm bei Dr. Libby Adams, das er heute selbst unterrichtet.

Wie Gregor Labahn vom Einstiegs-Denken zum MOMA-System kam

Am Anfang zählte für Gregor Labahn vor allem das Ergebnis, Einstiege waren alles. Auf dem Parkett fiel ihm zuerst etwas anderes auf: wie unterschiedlich emotional seine Kollegen auf Gewinne und Verluste reagierten. Der eigentliche Bruch kam in den USA. Dort sprachen Trader nicht über ihre Trades, sondern über ihre Prozesse und Routinen. Im Marble Game erlebte er, wie zehn Menschen denselben Trade machen und trotzdem völlig unterschiedlich enden – je nach Positionsgröße. Ein 28-tägiges 1:1-Mastery-Programm bei Dr. Libby Adams lieferte den Rest: Trading als vollständiges System, nicht als Sammlung von Einstiegen. Aus den Checklisten, die er sich parallel beim Fliegen abschaute, entstand später die MOMA-Checkliste.

Am schärfsten formuliert Gregor Labahn den Selbstbetrug, der dabei auffliegt: „Nein, du hast es noch nie richtig gemacht, aber der Markt hat dir das verziehen.“

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So funktioniert Gregor Labahns MOMA-Strategie

Gregor Labahn ist Trendfolger und arbeitet radikal prozessorientiert: Me – Bin ich heute in der Lage zu handeln und Risiko zu tragen? Wird die Frage morgens nicht beantwortet, „dann wird sie mir sehr, sehr schnell vom Markt beantwortet werden“. Liegt der Fokus auf den eigenen Emotionen statt auf dem Markt, wird nicht gehandelt.

Operations – Routinen und Checklisten für alles, was im Ernstfall schnell gehen muss – vom fehlenden Ladegerät unterwegs bis zur offenen Position ohne Stop, wenn die Schule anruft. Wie ein Pilot, der eine Liste abarbeitet, statt im Stress zu entscheiden.

Markets – Der Kontext. Gregor Labahn prüft Tages-, Stunden- und Kurzfrist-Trend gegeneinander und handelt hauptsächlich S&P, DAX, Euro, Gold, Crude Oil und Bitcoin. Als Trendfolger verdient er in einer Range kein Geld – also braucht es Barrieren, die ihn dort heraushalten.

Account – Die Performance-Matrix: Trefferquote, Auszahlungsquote, aktuelles Risiko.

Seinen Edge sieht Gregor Labahn darin, zu erkennen, wann andere Marktteilnehmer ein Problem haben: Bricht ein Kurs aus einer Handelsspanne nach oben aus, geraten Verkäufer unter Druck und müssen selbst kaufen. Das Position Sizing skaliert er entsprechend – im übergeordneten Trend groß, in der Gegenbewegung klein.

Gregor Labahn als Mensch: Meditation, Kampfkunst und Trade & Travel

Trading war für Gregor Labahn nie nur ein Job, sondern der Weg zu gedanklicher Unabhängigkeit. Sein Tag beginnt um 5 Uhr mit energetischen Tai-Chi-Übungen aus dem Shaolin Temple Europe und 30 bis 45 Minuten Meditation – die Basis dafür, überhaupt zu erkennen, in welchem Zustand er in den Markt geht. Nach der Geburt der Kinder stellte er sein Leben um: ein Jahr Elternzeit, danach Trade & Travel mit der Familie in Hawaii und auf Bali, zuletzt ein halbes Jahr in Namibia, wo die Kinder zur Schule gingen und er von dort handelte. Was ihm bis heute Respekt abverlangt, ist der innere Gambler: Man kann ihm sagen, er solle die Klappe halten – er meldet sich trotzdem, nur zum falschen Zeitpunkt.

Wer ist Gregor Labahn?

Gregor Labahn war über zwei Jahrzehnte institutioneller Händler – als Market Maker an der Börse Düsseldorf, als Senior-Aktienhändler bei der Crédit Agricole, als Trading Advisor bei UBS für Kunden mit über 100 Millionen Vermögen und zuletzt bei Berenberg in Hamburg. Heute handelt er für sich selbst und bildet Trader in Selbstführung, Ausstieg und Positionsgröße aus.

Gregor Labahn im Netz

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