Max Schulz startete 2014 mit 14.000 Dollar, von denen die Hälfte noch in seinem Motorrad steckte. Heute stehen rund 1,5 Millionen Dollar auf dem Konto, aufgebaut ausschließlich mit Rohstoff-Futures, COT-Daten und einem Prozess, den er über ein Jahrzehnt konsequent durchgezogen hat. Der interessanteste Teil des Gesprächs beginnt aber erst danach: bei der Frage, was passiert, wenn das Ziel erreicht ist.
Max Schulz ist Gründer von InsiderWeek und einer der wenigen deutschsprachigen Trader, die Rohstoff-Futures systematisch und vollständig öffentlich handeln. Seit 2017 dokumentiert er jeden Handelsplan, jede offene Position und jeden Drawdown in seiner Community.
🤖 Frag [Bulle & Mensch]
Was hat Max Schulz zu diesem Thema gesagt? Die KI durchsucht diese Folge und alle anderen nach seinen Original-Aussagen – mit Timestamp und Fundstelle.
Jetzt fragenKapitel
- 00:00:00Einleitung: Von 14.000 Dollar zu 1,5 Millionen
- 00:01:14Warum Rohstoffe statt Aktien: der Vorteil gegenüber Buy & Hold
- 00:05:51Larry Williams als Vorbild: 10.000 auf 1,1 Millionen in einem Jahr
- 00:07:48Die chaotische Anfangsphase: Optionsscheine, CFDs, Forex
- 00:10:46Der Fokus-Entscheid: nur ein Experte, nur eine Strategie
- 00:17:49Backtesting und Demokonto: das Recht verdienen, echtes Geld zu handeln
- 00:28:23⚡ COT-Daten erklärt: warum die Commercials die besten Insider sind
- 00:38:18Vom Larry-Williams-System zum eigenen Edge
- 00:43:43Das Trading Journal: drei Screenshots pro Trade, Reflexion am Wochenende
- 00:49:33⚡ Transparenz als Selbstschutz: warum der Schmerz zehnmal größer ist
- 00:58:26⚡ Die härteste Phase: was bei 1,5 Millionen Dollar wirklich passiert ist
- 01:03:40Wenn Sicherheit zur Bremse wird: Familie, Antrieb, emotionale Abflachung
- 01:12:20Mentale Tools: Hoffmann-Prozess, EMDR und der Psychologen-Check
- 01:19:59Das System heute: Fundamental, Charttechnik, Risikomanagement
- 01:35:25Die Wochenroutine live: COT-Analyse, Watchlist, täglicher Handelsplan
- 01:48:05Risikomanagement im Detail: Positionsgröße, Stopps, Trailing Stop
- 01:53:49Was Max Schulz heute anders machen würde
Aufnahmedatum: 13.05.2026
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Die wichtigsten Erkenntnisse
- Rohstoffe stehen nicht in Konkurrenz zu Buy & Hold: Wer Aktien aktiv handelt, muss den Gesamtmarkt schlagen. Der Rohstoffmarkt läuft unabhängig davon, ist margenbasiert - das Kapital arbeitet nach seiner Aussage doppelt.
- Rund 40 liquide Märkte, etwa 120 Chancen pro Jahr: Rohstoffe, Indizes, Währungen, Anleihen sowie Bitcoin- und Ethereum-Futures, mit zwei bis drei Trends pro Markt und Jahr.
- Die Commercials sind die Datenquelle: Erzeuger und Verarbeiter sichern sich nur ab, wenn sie ein Risiko sehen - laut Max Schulz zeigen ihre Positionen Trends, "bevor sie entstehen".
- Mindestens ein Jahr Demokonto: Erst danach hat man sich in seinen Worten das Recht verdient, eigenes Geld zu handeln.
- Der Prozess schlägt die Strategie: Es gebe mehr profitable Strategien als Trader, die sie umsetzen können - entscheidend sei, jede Woche nach Schema F am Markt zu sein.
- Transparenz als Realitätscheck: Wer öffentlich handelt, kann Drawdowns nicht kleinreden - und trifft laut Max Schulz deshalb bessere Risikoentscheidungen.
- Erfolg kann bremsen: Nach 1,5 Millionen Dollar wechselte er in den Kapitalschutzmodus, senkte das Risiko auf 0,3 bis 0,6 Prozent - und steht seither auf der Stelle.
Wie Max Schulz aus dem Larry-Williams-System sein eigenes gemacht hat
Vor dem System stand das Chaos. Max Schulz handelte Knock-out-Zertifikate, Optionsscheine, CFDs und Forex, sprang nach jedem Verlusttrade zur nächsten Strategie und beachtete kein Risikomanagement. Was ihm dabei fehlte, war ein realistisches Bild: Die Influencer, denen er damals folgte, zeigten nur die Gewinne.
Der Wendepunkt war eine Entscheidung, kein Trade: Er verpflichtete sich, sich auf genau einen Experten und eine Strategie zu fokussieren - Larry Williams, der beim Trading World Cup aus 10.000 Dollar 1,1 Millionen gemacht hatte und dessen Schüler Andrea Unger mehrfach Weltmeister wurde. Max Schulz kaufte gemeinsam mit einem Freund dessen Kurs, backtestete das Regelwerk und handelte anschließend mindestens ein Jahr auf dem Demokonto. Heute sieht sein System nach eigener Aussage überhaupt nicht mehr aus wie das von Larry Williams - das Grundgerüst aus drei Säulen ist aber geblieben.
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So funktioniert die COT-Strategie von Max Schulz
Märkte: ca. 40 liquide Märkte - Rohstoff-Futures, Indizes, Währungen, Anleihen sowie Bitcoin- und Ethereum-Futures; rund 120 Handelsmöglichkeiten pro Jahr.
Säule 1 - Fundamental: COT-Daten der Commercials, ergänzt um Saisonalitäten und Wetterdaten bei den Märkten, wo Wetter eine Rolle spielt (Natural Gas, Getreide, Kakao). Die Wetterlage nutzt er nicht für den Einstieg, sondern für das Management offener Positionen.
Säule 2 - Technik: vier Chartformationen - Rechteck, Dreieck, Schulter-Kopf-Schulter und Tasse mit Henkel - auf dem nicht adjustierten Continuous-Kontrakt, um Konsolidierungen und damit das Timing zu finden. Indikatoren nutzt Max Schulz praktisch nicht mehr.
Säule 3 - Risiko: aktuell 0,3 bis 0,6 Prozent Kontorisiko pro Trade (früher 2 Prozent), Positionsgröße abgeleitet vom maximalen Risiko pro Trade, Stopps nach Marktstruktur statt nach absoluter Größe, in der Regel Ausstieg über den Trailing Stop.
Prozess: Am Wochenende COT-Analyse und Watchlist, unter der Woche keine neuen Märkte. Jeden Abend zwischen 20 und 21 Uhr geht der Handelsplan für den nächsten Tag an die Community - Analyst ist er nur am Wochenende, unter der Woche nur Trader.
Max Schulz als Trader und Familienvater: Sicherheit, Stagnation und die Suche nach dem alten Antrieb
Bis 1,5 Millionen Dollar handelte Max Schulz mit 2 Prozent Risiko. Seine schlechteste Woche lag bei rund minus 64.000 Dollar, seine beste bei plus 105.000. Die eine Million erreichte er zwei Jahre früher als geplant - und fiel danach in ein Motivationsloch. Bei 1,5 Millionen kippte es endgültig: Er wechselte in den Kapitalschutzmodus, senkte das Risiko auf 0,3 bis 0,6 Prozent, und seither steht das Konto weitgehend still. Als Familienvater zweier Kinder sei er stark in die Sicherheit gegangen - mit einer Nebenwirkung, die er nicht erwartet hatte: Auch das emotionale Spektrum im normalen Leben wurde kleiner, man werde "ein bisschen trockener, als man zuvor war". Er arbeitet daran mit dem Hoffmann-Prozess, mit EMDR und einem jährlichen Check beim Psychologen - denselben Rhythmus, in dem er auch seine Blutwerte prüfen lässt. Was ihm dabei hilft, ist ausgerechnet die Öffentlichkeit, die die Krise erst so groß macht:
„Und die Krise fühlt sich zehnmal extremer an, wenn du transparent und öffentlich handelst. Das heißt, der Schmerz ist einfach mal 10x."
Wer ist Max Schulz?
Max Schulz hat Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzen studiert, danach bei einem großen Rohstoffunternehmen gearbeitet und dort seinen Zugang zu den Rohstoffmärkten gefunden. 2014 begann seine öffentliche Handelskarriere, seit Ende 2016 macht er sie vollständig transparent: Jeder Handelsplan, jede offene Position und jeder Drawdown sind in seiner Community dokumentiert. Er lebt mit Frau und zwei Kindern auf Zypern, handelt neben Rohstoffen auch Indizes, Währungen, Anleihen sowie Bitcoin- und Ethereum-Futures - und spricht ungewöhnlich offen darüber, was Sicherheit mit dem eigenen Antrieb macht.
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