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Mit Optionen 30–40% Rendite erzielen – bei minimalem Verlustrisiko

Die meisten hören „30–40 % Rendite" und denken sofort: Scam. Gerd Ackermann sagt: Das ist die häufigste Reaktion – und er versteht sie.

Gerd Ackermann ist Privatanleger und Entwickler des sogenannten High Watermark Put – einer Strategie, die Aktieninvestments mit tief-im-Geld liegenden Put-Optionen kombiniert, um Verluste strukturell auszuschließen. Im Gespräch erklärt er, wie der Married Put funktioniert, warum er seinen Strike bewusst 50 % über dem aktuellen Kurs ansetzt, wie er Volatilität als eigentliche Renditequelle nutzt – und warum Stillhaltergeschäfte für ihn nicht mehr infrage kommen.

► Hier findest du Gerd:

► Ressourcen & Tools:

  • Software-Tool: OptionStrat – Das vom Gast intensiv genutzte Tool zur Simulation von Optionsstrategien, Erwartungswerten und Zeitwertverläufen.


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Keine Zeit? Hier ist die Essenz ↓


Im Gespräch mit Gerd Ackermann

Gerd ist kein typischer Social-Media-Finanzguru, sondern ein analytischer Praktiker, der die Mechanismen der Optionsmärkte nutzt, um das Risiko auf Einzeltitelebene nahezu komplett auszuschalten. Nach Jahren im klassischen Trading und als Stillhalter hat er sein System radikal vereinfacht und auf den sogenannten „Married Put“ sowie den „High Watermark Put“ optimiert. Seine Relevanz für fortgeschrittene Investoren liegt in seiner kompromisslosen Disziplin und dem mathematischen Ansatz, bei dem Gewinne quasi als Nebenprodukt eines perfekt kontrollierten Risikos entstehen.

Kapitel:
00:00:00 - Married Put: 30–40 % Rendite bei minimalem Verlustrisiko – geht das wirklich?
00:01:28 - Was ist ein Married Put? Grundprinzip & Aufbau erklärt
00:07:56 - Put-Option als Versicherung: Strike, Laufzeit & Preisbildung ⚡
00:09:45 - Married Put vs. Stop-Loss: Der entscheidende Unterschied
00:15:02 - Positionsgröße & Hebeleffekt: Warum du mit Optionen 10x mehr Aktien kaufen kannst
00:20:01 - High Watermark Put: Gewinne nach oben rollen erklärt
00:33:00 - Stillhaltergeschäfte: Warum Gerd damit aufgehört hat ⚡
00:42:07 - Optionspreisbildung: Zeitwert, innerer Wert & Volatilität verstehen
00:53:26 - Wendepunkt: Wie eine Präsentation sein Depot komplett verändert hat
01:06:24 - Aktienauswahl & Einstieg: Charttechnik trifft Volatilitätsanalyse
01:14:24 - Das einzige Kriterium bei der Option: Niedrige Volatilität
01:20:25 - Gerds Lieblings-Setup: Altria, Dividende & Margin-Hebel
01:45:49 - Trading-Journal: Was Gerd nach jedem Trade analysiert
01:50:42 - 126 % in 2025: Wie eine einzige Aktie das Depot verdoppelt hat ⚡
02:05:44 - „Gewinne entstehen, wenn Verluste verschwinden” – Gerds Börsen-Philosophie

Aufnahmedatum: 2. Juni 2026

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Die Essenz der Folge

  • Stopp-Loss-Orders sind eine Illusion von Sicherheit: Ein klassischer Stopp-Loss schützt nicht vor Kurslücken (Gaps) am nächsten Morgen und führt oft dazu, dass man bei kurzfristigen Marktschwankungen unglücklich abgefischt wird. Eine Put-Option hingegen garantiert den Ausstiegspreis vertraglich – völlig egal, wie tief der Markt fällt.

  • Der statistische Vorteil liegt im tiefen Geld (In-the-Money): Während die meisten Händler Puts weit unter dem aktuellen Kurs kaufen, setzt dieser Ansatz darauf, den Strike bewusst oberhalb des aktuellen Aktienkurses anzusetzen. Das minimiert den zu zahlenden Zeitwert und maximiert den inneren Wert der Absicherung.

  • Der Hebel über das Positions-Sizing: Wer sein Risiko pro Trade durch einen Put auf ein Prozent oder weniger des Depotwerts limitiert, kann bei gleichem Gesamtrisiko eine weitaus größere Anzahl an Aktien ins Depot legen als jemand, der mit einem weiten 10%-Stopp-Loss arbeitet.

  • Das Stillhalter-Paradoxon: Der Verkauf von Optionen (Stillhaltergeschäft) wird oft als das Nonplusultra verkauft, weil die Trefferquote kurzfristig hoch ist. Doch es gleicht dem sprichwörtlichen „Sammeln von Pennies vor einer Dampfwalze“ – ein einziger Extremfall (wie z.B. bei PayPal oder Novo Nordisk) kann die Gewinne von Monaten vernichten.

  • Die Volatilität ist der eigentliche Vermögenswert: Bei dieser Strategie wird nicht primär die nackte Kursbewegung der Aktie gehandelt, sondern die Schwankungsbreite. Der Kauf erfolgt bei extrem niedriger Volatilität (günstige Versicherung), die Gewinnrealisierung idealerweise bei ansteigender Panik im Markt.

  • Die Dividende als Risikokiller: Kombiniert man einen extrem langfristig laufenden Married Put mit einer Aktie, die eine stabile, hohe Dividende zahlt, tilgen die Ausschüttungen im Laufe der Zeit die Kosten der Versicherung vollständig. Das Ergebnis ist ein absolut risikofreier Trade.

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Die Story hinter dem Gast

Jeder Trader hat diesen einen Moment, in dem das alte System kollabiert und Platz für echte Erkenntnis macht. Bei Gerd Ackermann war es der Corona-Crash. Zuvor handelte er, wie es im deutschsprachigen Raum üblich ist, klassische Optionsscheine und Zertifikate der großen Banken. Als die Märkte im Frühjahr 2020 jedoch in Schockstarre verfielen, geschah das, was Privatanleger immer wieder schmerzhaft erleben müssen: Die Emittenten stellten schlichtweg keine Kurse mehr. Man war im eigenen Depot gefangen, unfähig zu handeln, während die Positionen verglühten.

Das war der Wendepunkt, der den Blick auf die Institutionen und die US-Märkte lenkte, wo echte Optionen direkt an der Börse zwischen Parteien verhandelt werden – ohne eine Bank dazwischen, die die Spielregeln diktiert. Doch auch der Einstieg in den klassischen Optionshandel verlief über Umwege. Wie die meisten durchlief er die typische Schule der Stillhaltergeschäfte. Erst als ihn Positionen wie PayPal bei ihrem brutalen Absturz von 300 Dollar massiv Geld kosteten, wurde klar: Das unbegrenzte Risiko auf der Unterseite frisst die mathematische Erwartungshaltung langfristig auf.

Die eigentliche Entdeckung des heutigen Systems war fast ein Zufallsprodukt: Für eine Community-Präsentation vertiefte er sich in die Mechanismen des Married Puts. Beim harten Kalkulieren der Chancen-Risiko-Verhältnisse vor den Excel-Tabellen und Simulationstools wurde ihm die immense Kraft der asymmetrischen Absicherung bewusst. Innerhalb weniger Monate stellte er sein gesamtes Depot radikal um.

Das System

Das System basiert auf der mathematischen Kombination einer Aktie mit einer Put-Option mit sehr langer Laufzeit (oft über 12 bis 24 Monate). Der entscheidende Kniff: Der Strike (Basispreis) des Puts liegt nicht unter der Aktie, sondern signifikant darüber.

„Wenn ich eine Aktie für 100 Dollar kaufe, lege ich einen Put mit einem Strike von 150 Dollar darauf. Ich bin damit extrem tief im Geld.“

  • Die Erwartungslogik: Durch das tiefe Geld entspricht der Kaufpreis der Option fast vollständig dem inneren Wert. Der reine Zeitwert – also die Prämie für das Risiko – ist minimal. Fällt die Aktie, fängt der Put den Verlust eins zu eins auf. Das maximale Risiko im Trade ist von Tag eins an auf wenige Cent pro Aktie limitiert.

  • Der High Watermark Put (Das Hochrollen): Bewegt sich der Aktienkurs nach oben in Richtung des Strikes, schwillt der Zeitwert der Option aufgrund der mathematischen Glockenkurve massiv an. Genau an diesem Scheitelpunkt wird die alte Option verkauft und eine neue, noch höhere Absicherung eingekauft. Das Risiko wird so sukzessive komplett eliminiert, während die Oberseite offenbleibt. Letztes Jahr konnte dieses Hochrollen bei einer Aktie wie Micron sage und schreibe 24-mal in einer einzigen Position exekutiert werden.

  • Das Anlageuniversum: Gehandelt werden primär hochliquide US-Aktien, da nur dort die Spreads im Optionsmarkt eng genug sind, um keine nennenswerten Reibungsverluste beim Kauf und Verkauf zu generieren. Charttechnisch wird auf dem Tages- und Wochenchart nach stabilen Aufwärtstrends oder klaren Bodenbildungen gesucht; fundamental dient die Konstanz der Dividende als zusätzlicher Hebel.

Hier lernen & wachsen alle, die handeln:

Der Mensch

Wer an den Märkten langfristig überleben will, muss seine eigenen Disziplinprobleme und Emotionen kennen. Der größte Feind des Traders ist nicht der Markt, sondern die psychologische Belastung, die durch unkalkulierbare Risiken entsteht. Stillhaltergeschäfte erzeugen permanenten Stress: Man hat vielleicht 20 Positionen im Depot, aber eine einzige macht immer Kopfschmerzen, erfordert Rettungsmissionen und raubt den Schlaf.

Der Wechsel zum Married Put war daher keine rein mathematische, sondern vor allem eine emotionale Entscheidung. Das Wissen, dass jede Position im Depot nach unten hin absolut wasserdicht abgesichert ist – dass selbst ein plötzlicher Firmenkollaps oder ein globaler Marktcrash den Verlust vorab auf ein halbes Prozent deckelt – verändert die gesamte Trading-Psychologie. Es nimmt die Gier und den Zweifel aus dem System. Es macht das Trading wieder zu dem, was es sein sollte: Ein entspanntes, rein statistisches Abarbeiten von Erwartungswerten.

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Der Podcast stellt keinerlei Anlageberatung dar. Vergangene Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Inhalte dienen ausschließlich Informations- und Unterhaltungszwecken.

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