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1,5 Mio. Mentalfalle: Was erfolgreiche Anleger verschweigen

Wie Max Schulz mit COT-Daten, Rohstoff-Futures und radikaler Transparenz ein Millionenvermögen aufgebaut hat - und warum der Erfolg ihn fast gestoppt hätte.

Er hat aus 14.000 Euro über 1,5 Millionen gemacht. Nicht mit Krypto-Hype, nicht mit einem Lambo-YouTube-Kanal - sondern mit Rohstoff-Futures, COT-Daten und einem System, das er mehr als ein Jahrzehnt lang wie ein Marathonläufer durchgezogen hat. Was danach kam, war aber das Härteste: der Moment, in dem der Erfolg selbst zum Problem wurde.

► Hier findest du Max Schulz:

► Buchtipps:

Buchtipps von Max*

► Ressourcen & Tools:

  • COT-Daten (Commitments of Traders) — kostenlos via CFTC veröffentlicht, wöchentlich

  • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) — für mentale Blockaden und Tradingpsychologie; wissenschaftlich validiert

  • Hoffmann-Prozess — siebentägige intensive Auseinandersetzung mit Kindheitsprägungen und Elternbeziehungen; von Max als tiefgreifendstes persönliches Entwicklungsinstrument beschrieben

  • Interactive Brokers — Brokerplattform

  • Trading World Cup — jährlicher Echtgeld-Handelsbewerb, der als Benchmark für reproduzierbare Performance gilt


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Im Gespräch mit Max Schulz

Max Schulz ist Gründer von InsiderWeek, einem der wenigen deutschsprachigen Anbieter, die Rohstoff-Futures-Trading systematisch, transparent und reproduzierbar lehren. Seit 2016/17 veröffentlicht er seinen Handel vollständig öffentlich — jeden Trade, jeden Drawdown, jede schwierige Phase. Kein Schönwetter-Content.

Was ihn besondert: Max hat sich von Anfang an bewusst gegen den Mainstream entschieden. Keine Aktien, kein passives Buy-and-Hold-Rennen gegen den Index. Stattdessen ein Markt, den die meisten für “Profis only” halten — und der genau deshalb echte Edges bietet.

Er lebt auf Zypern, ist Familienvater zweier Kinder, und spricht offen über mentale Blockaden, Psychologen-Jahreschecks und die Frage, warum ein Trader ab einem gewissen Vermögen aufhört, risikofreudig zu sein.

Kapitel:
00:00:00 - Von 14.000 Dollar zu 1,5 Millionen: Rohstoff-Futures als struktureller Edge
00:01:14 - Warum Rohstoffe statt Aktien? Der Vorteil gegenüber Buy & Hold ⚡
00:05:51 - Larry Williams & der Trading World Cup: Das Vorbild, dem Max alles verdankt
00:07:48 - Die chaotische Anfangsphase: CFDs, Optionsscheine & alle klassischen Fehler
00:10:46 - Der Fokus-Entscheid: Nur ein Experte, nur eine Strategie
00:17:49 - Backtesting & Demokonto: Wie Max sich das Recht verdient hat, echtes Geld zu handeln
00:28:23 - COT-Daten erklärt: Warum Commercials die besten Insider der Märkte sind ⚡
00:38:18 - Vom Larry-Williams-System zum eigenen Edge: 10 Jahre Systementwicklung
00:43:43 - Trading Journal als Entwicklungsmotor: Der wöchentliche Reflexionsprozess
00:49:33 - Transparenz als Selbstschutz: Warum öffentliches Trading Drawdowns wertvoller macht
00:57:26 - Die härteste Phase: Was bei 1,5 Millionen Dollar wirklich passiert ist ⚡
01:03:40 - Wenn Sicherheit zur Bremse wird: Psychologie, Familie & emotionale Abflachung
01:12:20 - Mentale Tools: Hoffmann-Prozess, EMDR & der jährliche Psychologen-Check
01:19:59 - Das System heute: Die drei Säulen Fundamental, Charttechnik & Risikomanagement
01:35:25 - Die wöchentliche Routine live: COT-Analyse, Watchlist & tägliche Handelspläne
01:48:05 - Positionsgröße, Trailing Stop & Risiko pro Trade: Risikomanagement im Detail
01:53:49 - Was würde Max heute anders machen?

Aufnahmedatum: 11. Mai 2026

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Die Essenz der Folge

Rohstoff-Futures sind kein Nischen-Markt für Exoten — sie sind ein strukturell überlegenes Spielfeld für systematische Swing-Trader. Mit rund 25 liquiden Rohstoffen, die kaum miteinander korrelieren, plus Indices, Anleihen, Währungen und mittlerweile auch Bitcoin/Ethereum-Futures handelt Max ca. 120 Trading-Möglichkeiten pro Jahr. Die geringe Korrelation bedeutet echte Diversifikation — nicht die Schein-Diversifikation, die viele Aktienportfolios bieten.

Der zweite strukturelle Vorteil: Futures sind margenbasiert. Das eingesetzte Kapital bleibt für Buy-and-Hold-Strategien verfügbar. Die Rendite aus dem Rohstofftrading ist damit eine echte Zusatzrendite — kein Tausch gegen die Marktrendite.

COT-Daten sind legale Insiderinformation. Die Commercials (Erzeuger und Verarbeiter von Rohstoffen — also Starbucks, Coca-Cola, Landwirte) handeln nur dann, wenn sie ein Risiko am Horizont sehen. Sie sind besser informiert als jeder Spekulant. Ihre Positionierungsverschiebungen, wöchentlich von der CFTC veröffentlicht, zeigen Trends bevor sie entstehen. Das ist kein Edge aus einer Blackbox — das ist lesbare Marktstruktur.

Backtesting und Demo-Trading sind keine Ausreden für Feigheit, sondern das Fundament jedes echten Vertrauensvorschusses in eine Strategie. Max empfiehlt mindestens ein Jahr Demokonto — nicht weil man Angst haben soll, sondern weil man sich das Recht verdienen muss, eigenes Kapital zu handeln.

Transparenz ist kein Marketing-Tool — sie ist Selbstschutz. Wer öffentlich handelt, kann seinen Drawdown nicht wegschieben. Das zwingt zur Realität. Und die Realität trifft bessere Entscheidungen als ein Kopf, der die Wahrheit schönredet.

Der Erfolg nach einer Million Dollar war die härteste Phase. Nicht der erste Drawdown bei 200.000, nicht die schwachen Jahre. Sondern der Moment, in dem das Ziel erreicht war — und der Kopf aufhörte, Hunger zu haben. Das ist ein Mechanismus, den fast niemand öffentlich anspricht. Max schon.

Risikomanagement ist nicht das Gegenteil von Rendite — es ist die Voraussetzung. Wer mit 50% im Drawdown ist, braucht 100% Rendite nur um wieder auf null zu kommen. Max’ Formel: Verluste hart kappen (1-2% Risiko pro Trade, heute 0,3-0,6%), Gewinne laufen lassen. Mathematisch banal. Psychologisch extrem schwer umzusetzen.

Prozess schlägt Strategie. Es gibt mehr profitable Systeme als Trader, die sie konsequent anwenden. Der Fisch kommt einmal im Jahr durch die Meeresenge — man muss jeden Tag das Netz auslegen. Wer sporadisch handelt, erwischt ihn nicht.

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Die Story hinter dem Gast

Max Schulz hat nicht mit einem Vorteil gestartet. Kein Familienkapital, kein Hedge-Fund-Hintergrund, keine Millionen in der Hinterhand. Er startete 2014 mit 14.000 Dollar — zur Hälfte steckten davon noch im Motorrad. Studium mit Schwerpunkt Finanzen, zwei Professoren, die etwas Funken schlugen, dann die übliche chaotische Phase: Knockout-Zertifikate, Optionsscheine, CFDs, Forex. Strategie wechseln nach einem Verlusttrade. Kein Risikomanagement. Keine Geduld. Kein realistisches Bild davon, dass zu jedem Gewinn auch Drawdowns gehören.

„Dabei hat keiner von den Drawdowns gezeigt oder Verluste und wie man damit umgeht. Man wurde sozusagen allein gelassen.”

Der Wendepunkt war Larry Williams — nicht als Wundermittel, sondern als Beweis. Jemand, der es nachweislich mehrfach geschafft hat. Kein YouTube-Schönwettermann, sondern ein echter Track Record. Max hat Seminare, Interviews und Bücher von früh bis abends konsumiert, mit einem Studienfreund zusammengelegt, den Kurs gekauft, ein Jahr Demo gehandelt. Dann mit echtem Geld — und Glück gehabt: 2014 waren die Rohstoffmärkte trendstark, und die ersten Trades hoben ihn schnell über die kritische Kontogröße.

Die eigentliche Story beginnt aber danach. Über acht Jahre systematisch aufgebaut, die Million zwei Jahre früher als geplant erreicht — und dann: Motivationsloch. Neues Ziel gesetzt (10 Millionen), weitergemacht. Dann 1,5 Millionen. Und dort ein unsichtbares Limit, das sich bis heute nicht vollständig aufgelöst hat.

Das System

Max handelt mit drei Säulen, die er von Larry Williams übernommen und in zehn Jahren zum eigenen System weiterentwickelt hat. Das Grundgerüst ist geblieben, die Details sind heute seins.

Säule 1: Fundamentalanalyse via COT-Daten

Die wichtigste Gruppe in den COT-Daten sind die Commercials — Hersteller und Verarbeiter von Rohstoffen. Sie sichern sich nur dann ab, wenn sie ein tatsächliches Risiko sehen. Ihre Positionsveränderungen in Extremwertbereichen (Max schaut auf die letzten sechs Monate) zeigen, wo sich ein Trend aufbaut — bevor der Kurs sich bewegt. Ergänzt wird das durch Saisonalitäten (z.B. Benzin in der Ferienzeit, Heizöl im August) und Wetterdaten bei wettergetriebenen Märkten wie Naturgas oder Kakao.

„Die Commercials sind nur dann aktiv, wenn sie ein Risiko am Horizont sehen. Und sie sind besser informiert als alle anderen Marktteilnehmer.”

Säule 2: Technische Analyse als Timing-Instrument

Max braucht keine komplexen Indikatoren mehr. Er hat vier bis sechs klassische Chartformationen ausgewählt: Rechteck, Dreieck, Schulter-Kopf-Schulter, Tasse-mit-Henkel. Die Logik dahinter ist einfach: COT-Daten zeigen, dass ein Trend wahrscheinlich ist. Die Charttechnik zeigt den Einstiegspunkt mit asymmetrischem Risk/Reward — die Konsolidierungsphase, aus der der Impuls entsteht. In-Indikatoren handelt er kaum noch.

Säule 3: Risikomanagement als Kerngeschäft

„Risikomanagement ist der Schlüssel zum Erfolg an der Börse.”

Das ist Max’ einziger Satz, den er auf einen Bildschirm kleben würde. Nicht die Einstiegstechnik, nicht der mögliche Gewinn — das Risikomanagement. Pro Trade riskiert er heute 0,3 bis 0,6% des Kontos. In seiner Wachstumsphase waren es 2%. Stops werden nach Marktstruktur gesetzt, nicht als absolute Größe. Das Portfolio aus vier offenen Trades behandelt er wie einen einzigen Trade — Gesamtrisiko zählt.

Der Prozess als eigentlicher Edge

Wochenende: COT-Analyse, Watchlist für die kommende Woche erstellen. Unter der Woche: nur noch ausführen. Abends zwischen 20 und 21 Uhr: Handelsplan für den nächsten Tag an die Community schicken — inklusive Einstieg, Stop, Target. Danach keine Änderungen ohne Ankündigung. Die Märkte auf der Watchlist bleiben die ganze Woche fix.

„Analyst bin ich nur am Wochenende. Unter der Woche bin ich einfach nur Trader.”

Hier lernen & wachsen alle, die handeln:

Der Mensch

as Gespräch hätte nach dem System enden können. Es endete anders.

Bei 1,5 Millionen Dollar ist etwas passiert, das Max nicht kommen sah. Die Wochenschwankungen — minus 64.000, plus 105.000 — fühlten sich plötzlich zu groß an. Er reduzierte das Risiko aggressiv. Auf 1%, dann auf 0,3-0,6%. Der Drawdown wurde kleiner. Das Konto wuchs kaum mehr. Seit zwei Jahren steckt er bei rund 1,5 Millionen fest.

„Ich bin jetzt in den Kapitalschutzmodus gekommen, aggressiv. Stoppmanagement wurde viel aggressiver, Positionsgröße viel kleiner. Und das ist jetzt die schwierigste Phase für mich jetzt drüber zu kommen.”

Was dahintersteckt, beschreibt er offen: Familienvater geworden, zwei Kinder, starker Shift in Richtung Sicherheit. Und ein Effekt, den er nicht erwartet hat: Wer zu viel in den Schutzmodus geht, verliert nicht nur das Trading-Risiko — er verliert auch das emotionale Spektrum im Leben. Die Freude am Sonnenuntergang, den Hunger nach vorne. Es wird flacher.

„Aufgrund dessen, dass man zu stark in die Sicherheit geht, verringert sich das emotionale Spektrum extrem. Das heißt, man wird ein bisschen trockener, als man zuvor war.”

Er arbeitet daran. Jährliche Psychologen-Checks als fester Prozess — analog zu Blutwerten. Den Hoffmann-Prozess (siebentägige intensive Aufarbeitung von Kindheitsprägungen) hat er als tiefgreifendstes Instrument erlebt. EMDR für kleinere Blockaden. Kein Spiritualitäts-Bingo, sondern gezieltes Tooling für mentale Engpässe — mit demselben systematischen Ansatz, mit dem er auch seine Trades analysiert.

Was ihn antreibt heute, ist keine Rendite-Gier mehr. Es ist die Community, das öffentliche Commitment zu 10 Millionen, und das Bewusstsein, dass er für viele Trader zeigt: Rückschläge gehören dazu. Drawdowns sind keine Fehler des Systems — sie sind der Beweis, dass man im Markt ist.

„Das ist mein Erfolgsgeheimnis: dass ich bereit bin, diese Schleifen durchzulaufen und mich da jetzt nicht zerreißen wegen Fehler, die ich gemacht habe.”

Er hat noch keinen “Larry Williams für das Mentale” gefunden — jemanden, der dieselbe Phase mit einem 1,5-Millionen-Konto schon durchlaufen hat und transparent darüber spricht. Das ist, wie er sagt, eine echte Marktlücke. Und vermutlich der ehrlichste Satz dieser ganzen Episode.

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