0:00
/

So schlägt er mit Excel den Markt - dank diesem Ampel-System (Michael Kranich)

Vier Indikatoren, 1400 Aktien, und ein eisernes Regelwerk: Wie Michael Kranich mit nüchterner Systematik dem Markt den Takt vorgibt.

„Ich handel strikt nach meinem System, komplett strikt nach dem System.“

Kein Research-Team, keine Analysten—nur eine Excel-Datei und ein Ampel-System mit vier Indikatoren. Das ist alles, was Michael Kranich braucht. Mit diesem simplen, aber wirkungsvollen Ansatz schlägt er seit über zehn Jahren den Markt – und zwar nicht nur mit Glück, sondern weil er eine fundamentale Wahrheit umsetzt, die viele Anleger ignorieren: Man muss nicht immer dran sein, sondern genau dann.

Ressourcen & Links:

► Buchtipps von Michael:

Michael Kranich Buchtipps


Die Podcast-Folge findest du auch hier:
Spotify · YouTube · Apple Podcasts
& überall, wo es Podcasts gibt

Keine Zeit? Hier ist die Essenz ↓


Im Gespräch mit Michael Kranich

00:00:00 - Einleitung: Excel-System schlägt den Markt – 4 wikifolios und eine Zahl, die Anleger ignorieren
00:00:56 - Börsenampel in Excel: Grün-Gelb-Rot für Cash-Steuerung und Short-Absicherung erklärt ⚡
00:06:40 - Anlageuniversum: 4 wikifolios, 1400 Aktien, Knock-out-Zertifikate und regionale Benchmarks
00:10:30 - Statistik: Warum 10–20 Tage im Jahr über 80% der Performance entscheiden ⚡
00:15:01 - Architektur der Börsenampel: MSCI-World-Trend, S&P 500, Gebert-Indikator und Uwe-Lang-Makrodaten
00:24:03 - Entstehung des Systems: Von TSI-Aktionärsbrief über relative Stärke zur eigenen Ampel-Logik
00:30:33 - Positionsmanagement: 1400er Screening, Top-20-Auswahl, Teilverkäufe in vier Stufen und Trend-Schwellen
00:41:01 - Short-Logik: Wann bei Rot mit Short-ETFs und Derivaten gegen Marktcrashs abgesichert wird
00:45:05 - News-Filter statt Bauchgefühl: Wie Übernahmen, Quartalszahlen und „gesunder Menschenverstand“ ins System einfließen
00:52:33 - Psychologie & Disziplin: Fünfstelliger Zertifikate-Verlust, Emotionen und warum er heute strikt nach System handelt ⚡
00:54:01 - Backtesting in Excel: 50 Jahre Historie, Parameter-Optimierung und warum ohne Backtest nichts ins System kommt
00:59:20 - Weekly Workflow: 15-Minuten-Routine, Rebalancing, Währungsabsicherung und Reporting-Struktur der wikifolios
01:06:09 - Zehn Jahre Systemhandel: Corona-Crash, Trump-Börsen, Energiepreise – wann er sein Setup anpasst (und wann nicht)
01:09:09 - Trading-Historie: Planspiel Börse, Finanzkrise 2009, Hebelzertifikate und die Evolution zum regelbasierten Ansatz
01:20:01 - Nächste Entwicklungsschritte: Ideen zu Stop-Loss, Branchenfiltern, Positionszahl und wo er heute noch optimiert

Aufnahme Datum: 8. Juni 2026

Kennst du jemanden, der das wissen muss?

Teilen

Die Essenz der Folge

  • Michael benutzt ein Ampel-System mit vier Kategorien, die je nach Signallage grün, gelb oder rot anzeigen. Erst ab mindestens zwei grünen Indikatoren ist er voll investiert.

  • Die Ampel basiert auf Trendmessungen (z.B. SMA-Kreuzungen), dem Gebert-Indikator (makroökonomischer Ansatz), Uwe Langs Indikatoren (z.B. Öl-, Gaspreise) und einen globalen Weltindex.

  • Er prüft handverlesen alle 1400 Aktien aus seinen Universen (S&P 500, EURO STOXX, DAX/MDAX/SDAX) auf relative Stärke, aber kauft nur die Top 20–30 hochstärksten Werte mit vollem Einsatz.

  • Der größte Fehler war für ihn, in Panik und gegen das System zu handeln. „Das System ist nicht perfekt, aber der größte Fehler ist, nicht danach zu handeln.“

  • Er nutzt Short-ETFs nur zur Absicherung in roten Phasen, nie um Einzelwerte zu shorten. Diese Absicherung entspricht dabei genau der Long-Position im Portfolio.

  • Nicht die Dauer der Marktpräsenz entscheidet: „Man muss nicht 85 Prozent der Zeit drin sein. Man muss die 10 Prozent der Tage erwischen, in denen 80 Prozent der Performance passieren.“

  • Emotionalität wird rigoros rausgenommen: Das System entscheidet, Michael folgt. Kein Bauchgefühl, kein Storytelling mit Aktien.

  • Backtests seit 1976 geben ihm die nötige Sicherheit, Anpassungen erfolgen nur, wenn die Daten es hergeben.

Deine Gedanken machen den Podcast besser ↓

Einen Kommentar hinterlassen

Die Story hinter dem Gast

Michael Kranich wächst in der Finanzwelt ohne großen Firlefanz auf: Kein Research-Team, keine Analysten – er baut sich sein Handwerkszeug eigenhändig in Excel. Seit 2015 handelt er strikt nach seinem selbst entwickelten Ampel-System, das mit vier robusten Indikatoren arbeitet: Ein globaler Weltindex, Länderbenchmarks, der „Gebert-Indikator“ und makroökonomische Frühwarnungen à la Uwe Lang. Rund 1.400 Aktien scannt er wöchentlich, selektiert daraus mit seinem Relativstärke-Screening die Top-Werte und balanciert sein Portfolio diszipliniert zwischen Long-Positionen, Cash und einer Short-Absicherung gegen Rückenwind.

Michael begann als Bankkaufmann in der Krise 2009, sammelte erste pralle Praxiserfahrung, schnupperte in den wilden Marktphasen der Eurokrise und lernte die Risiken blitzschneller Faktorprodukte kennen. Der entscheidende Wendepunkt kam mit dem Austausch über den TSI-Indikator – dort erwachte seine Begeisterung für ein klar strukturiertes System. Erste Fehler, skeptische Abweichungen vom eigenen System, etwa während des Ukrainekriegs 2014/2015, kosteten ihn Lehrgeld, formten aber seine eiserne Disziplin: „Das machst du nie wieder. Ich handel nur noch nach dem System. Punkt, Ende, aus.“

Sein Credo: Man muss nicht dauernd im Markt sein, um Gewinne zu machen, sondern genau an den richtigen Tagen. Seine wöchentliche Excel-Ampel zeigt ihm dann: grün heißt volle Investition, gelb Geduld mit Cash, rot Ausstieg plus Short-Absicherung. Das System ist kein Börsenorakel, sondern ein nüchternes Kontrollinstrument, das vor allem einen Effekt hat – die Emotionen herauszunehmen. Denn wie Michael selbst sagt:

„Der größte Fehler, den ich gemacht habe, war, nicht nach dem System zu handeln.“

Diese jahrelange Selbstdisziplin gepaart mit kontinuierlichem Backtesting von historischen Daten seit 1976 machen sein Modell heute robust und zeitgemäß gegen Marktunwägbarkeiten.

Michael ist kein Schnellschuss-Trader, sondern ein geduldiger Systemspieler im Geiste von Warren Buffett und Jack Bogle – nur eben mit Excel als Geheimwaffe. Seine vier wikifolios sind Spiegelbild von diesem Ansatz: breit, systematisch, transparent und konsequent. Von Amerika über Europa bis Deutschland entscheidet allein die Logik seines Ampel-Systems über Kauf, Hold oder Verkauf.

Seine Story ist eine Reise weg von Bauchgefühlen hin zu klaren Regeln – ein erfrischend ehrlicher Weg in einer Zeit, in der viele Trader nach „the next big thing“ jagen. Denn Michael Kranich bringt die nüchterne Wahrheit auf den Punkt:

„Man braucht kein Zauberwerk, sondern ein System, das funktioniert – und das man auch durchhält.“

So erzählt ein Mann, der Excel mehr vertraut als Hypes, und genau deshalb den Markt schlägt.


Das System

Das Herzstück ist die „Ampel“, die bei mindestens zwei von vier grünen Indikatoren auf Grün schaltet und damit volle Investierung signalisiert. Diese Indikatoren sind:

  • Globale Trendmessung (z.B. MSCI World, S&P 500) mit gleitenden Durchschnitten

  • Länderspezifische Benchmarks gegliedert nach Markt (Deutschland: DAX, MDAX, SDAX)

  • Gebert-Indikator: Makro-ökonomischer Frühindikator mit Wechselkursen (Euro/US-Dollar), EZB-Entscheidungen, saisonalen Effekten.

  • Uwe Lang Indikatoren: Energiepreise (Öl, Gas, Wasserstoff), Inflationstrends.

Die Aktienauswahl erfolgt durch ein relatives Stärke-Ranking: 1400 Kursverläufe werden wöchentlich gescreent, eine Excel-Makro berechnet Scores, und nur Aktien mit den stärksten Scores landen in den Portfolios. Die Positionen werden beim Schwächeansatz schrittweise reduziert – beim Kaufen wird voll investiert.

Absicherungen in roten Ampelphasen erfolgen durch Short-ETFs auf die Benchmark, nicht auf Einzelwerte. So bleibt das Marktrisiko steuerbar.

„Der Fehler ist nicht das System, sondern das, was man selbst daraus macht.“

Michael Kranich arbeitet mit einem mechanischen, einfachen und robusten System. Er macht alle Backtests selbst, teilweise mit 50 Jahren historischer Daten, um die Signale verlässlich zu validieren. Emotionales Agieren hat für ihn keinen Platz – er folgt strikt den Regeln seines Ampel-Systems.

Hier lernen & wachsen alle, die handeln:

Der Mensch

Michael fährt seine Strategie mit eiserner Disziplin. Zweifel und Emotionen kennt er: In der Anfangszeit verkaufte er gegen sein System, ließ sich von Nachrichten verunsichern und machte in Hebelzertifikate Verlust. Sein Korrektiv: rationaler Backtest und der eiserne Wille, nur nach Regel zu handeln. Er sagt: „Man darf nicht weich werden. Das System darf nicht weich werden.“

Er misst seinen Erfolg daran, dass er über Jahre mit vier wikifolios den Markt schlägt. Dabei ist er Realist genug, kein 100% funktionierendes System zu erwarten: „Es gibt kein System das 100 Prozent funktioniert, aber die Ampel zeigt mir, was ich mit meinem Cash machen soll.“

Diese Haltung lässt ihn nicht ins Blaue rennen, sondern sorgt für den geduldigen, zielgerichteten Umgang mit Geld und Risiko.

👉 Nicht nur hören. Nutzen.

Buchtipps aller Podcast Gäste
✓ Entdecke die Top-Strategien aus der Bestenliste
✓ Strategien im Einsatz im [Bulle & Mensch] Bestenliste wikifolio
Projekt unterstützen und Community stärken.
Abonniere den YouTube Kanal

Hinweis: Keine Anlageberatung!

Der Podcast & alle Inhalte der Webseite stellen keinerlei Anlageberatung dar.
Lies den Disclaimer: https://www.bulle-mensch.eu/disclaimer

Diskussion über dieses Video

Avatar von User

Sind Sie bereit für mehr?