„Price is what you pay, value is what you get.”
Man nennt ihn “Warren Buffett Deutschlands” - dabei hat Hendrik Leber den Buffett-Stil längst weiterentwickelt: von einem exklusiven, mit einem New Yorker Professor entwickelten Bewertungsmodell bis hin zu einer firmeneigenen KI, die aus hunderten Aktien die besten 50 herausfiltert. Im Gespräch erklärt der ACATIS-Gründer, warum er der aktuellen KI-Blasen-Debatte entschieden widerspricht - und warum er trotzdem nichts von Backtests hält.
Die Podcast-Folge findest du auch hier:
Spotify · YouTube · Apple Podcasts
& überall, wo es Podcasts gibt
Keine Zeit? Hier ist die Essenz ↓
Was sagt Hendrik Leber zu deiner konkreten Frage?
Du willst wissen, wie seine KI die besten Aktien auswählt, warum er Backtests nicht vertraut oder welche Unternehmen er im KI-Rennen für die eigentlichen Gewinner hält?
Frag [Bulle & Mensch] durchsucht dieses Gespräch und weitere Podcast-Folgen nach den Aussagen der Profis – inklusive direkter Fundstelle im Original.
Im Gespräch mit Hendrik Leber
Hendrik Leber ist Gründer und Geschäftsführer der Fondsgesellschaft ACATIS, seit 30 Jahren Value-Investor nach Warren-Buffett-Vorbild und einer der Pioniere beim Einsatz künstlicher Intelligenz im Portfoliomanagement. 2017 wurde er zum Fondsmanager des Jahres gewählt.
Kapitel:
00:00:00 - Einleitung: Was ihn vom “echten” Warren Buffett unterscheidet
00:04:19 - Sein Investmentstil: Value Investing mit spekulativer Beimischung
00:05:40 - Seine geheime Kennzahl: Das Bewertungsmodell mit Professor Penman ⚡
00:09:07 - Der große Irrtum: Was der wahre Gegensatz zu Value Investing ist
00:18:44 - Sein Researchprozess: Konferenzen, Expertengespräche und Nobelpreisträger
00:29:25 - Die Cashflow-Prognose: Wie er den fairen Wert einer Firma berechnet
00:38:06 - Diversifikation: Wie er sein Portfolio über Kontinente und Branchen streut
00:47:37 - Die KI-Blase: Warum er den Vergleich mit den 2000er Jahren zurückweist ⚡
00:55:00 - Gewinner und Verlierer im KI-Rennen: Microsoft, Google, Nvidia & Co.
00:59:05 - KI im eigenen Portfoliomanagement: Sein einzigartiges KI-Modell
01:05:59 - Vertrauen in die Maschine: Warum er nichts von Backtests hält
01:16:07 - Seine Skepsis gegenüber ETFs: “Wie eine Wurst, da ist alles drin”
01:25:57 - Wie alles begann: Vom Zehnjährigen mit der ersten Aktie zum Value-Investor
01:32:15 - Die Gründung von Acatis: Der Brief an Warren Buffett und die harten ersten Jahre
01:46:53 - Sein Bitcoin-Investment seit 2016: Value trifft Krypto ⚡
Aufnahmedatum: 09.07.2026
Wer ist Hendrik Leber?
Dr. Hendrik Leber gründete 1994 gemeinsam mit seiner Frau die Fondsgesellschaft ACATIS - zu einer Zeit, als Value Investing und Warren Buffett in Deutschland kaum jemand kannte. Nach dem BWL-Studium, Stationen bei McKinsey und als Corporate-Finance-Partner beim Bankhaus Metzler brachte ihn ein Brief an Warren Buffett - gegen 20 Dollar im Umschlag schickte dieser ihm daraufhin 20 Jahre Geschäftsberichte zu - endgültig auf die Spur des Value Investing. Seither hat Hendrik Leber den Buffett-Stil kontinuierlich weiterentwickelt: von einem gemeinsam mit dem New Yorker Professor Steven Penman entwickelten, bilanzbasierten Bewertungsmodell über die selbst entwickelte Qualitätskennzahl TSVC bis hin zu einer firmeneigenen künstlichen Intelligenz, die seit 2016 - nach eigener Aussage als einer der ersten Anbieter weltweit - beim Portfoliomanagement mitentscheidet. 2017 wurde Hendrik Leber zum Fondsmanager des Jahres gewählt, seit 2016 zählt er zudem zu den frühen institutionellen Bitcoin-Investoren.
Die Essenz der Folge
Mit dem New Yorker Professor Steven Penman entwickelte Hendrik Leber ein exklusives, bilanzbasiertes Bewertungsmodell für praktisch jede Aktie der Welt - ergänzt um die selbst entwickelte Qualitätskennzahl TSVC (Total Shareholder Value Created Trend Normalisiert). “Diese Methodik ist eine Sache, die, glaube ich, kein anderer hat.”
Sein Verständnis von Value Investing weicht vom Klischee ab: “Growth ist Teil der Value-Gleichung.” Der wahre Gegensatz zu Value ist für ihn nicht Growth, sondern Momentum.
ACATIS brachte laut Hendrik Leber 2016 einen der ersten KI-gesteuerten Fonds weltweit auf den Markt - früh gekauft wurden etwa Nvidia (2016/17) und Palantir (2022).
Der aktuellen KI-Blasen-Debatte widerspricht er entschieden: “Verpassen tun wir nichts. Wir müssen nur auf die Stelle setzen, wo die Gewinne später anfallen und auch dauerhaft bleiben.” Statt auf gehypte Namen setzt ACATIS auf unauffällige Zulieferer wie Lam Research oder die VAT Group.
“Von Backtesten halte ich nichts... ich traue Backtests überhaupt nicht.” Sein KI-Modell - inzwischen Version 47 - wird stattdessen über die Qualität der resultierenden Portfolio-Verteilungen bewertet.
Seine ETF-Kritik: “In so einem ETF ist das wie bei einer Wurst, da ist alles drin.” Er setzt stattdessen auf aktives Management, auch innerhalb eines börsengehandelten Produkts.
Seit 2016 ist er in Bitcoin investiert - privat wie über den Acatis Value Flex Fonds. “Ich glaube, der Einstiegskurs war damals etwa 600 Euro.”
Sein Leitsatz, den er sich auf den Bildschirm kleben würde: “Price is what you pay, value is what you get.”
Du willst bei einem Punkt tiefer einsteigen?
Zum Beispiel: Was steckt hinter Lebers Bewertungsmodell? Wie funktioniert seine Portfolio-KI? Oder welche anderen Gäste sehen die KI-Blase anders?
Frag [Bulle & Mensch] findet die relevanten Passagen aus den Gesprächen – statt dir eine allgemeine Internet-Antwort zu geben.
Die Story dahinter
Hendrik Leber kaufte seine erste Aktie mit zehn Jahren vom Taschengeld - sein Vater, ein Finanzmensch bei einem Edelstahlhersteller, prägte sein Interesse an der Börse von klein auf. Nach dem BWL-Studium, das er bewusst "antizyklisch" wählte (kein Numerus Clausus wie bei Medizin), folgten Jahre bei McKinsey mit Fokus auf Banken und Bewertung sowie als Corporate-Finance-Partner beim Bankhaus Metzler. Den entscheidenden Wendepunkt markierte ein Brief an Warren Buffett: Gegen 20 Dollar im Umschlag schickte dieser ihm 20 Jahre Geschäftsberichte zu, die Hendrik Leber komplett durchlas - und die seine gesamte Investmentphilosophie prägten. Nach dem Tod von Christoph von Metzler Ende 1993 gründete er 1994 gemeinsam mit seiner Frau ACATIS. Die naive Anfangsannahme, ein gutes Produkt verkaufe sich von selbst, wurde schnell widerlegt - erste Anzeigenkampagnen blieben ohne Resonanz, bis Hendrik Leber erkannte, dass Vertrieb der eigentliche Kern der Arbeit ist. Bewusst entschied er sich, das Thema Value Investing und Warren Buffett in Deutschland zu besetzen, finanzierte unter anderem die deutsche Buffett-Biografie mit und hielt Uni-Vorträge. Es folgten zahlreiche Rückschläge im Zwei- bis Fünf-Jahres-Rhythmus - Dotcom-Crash, 11. September, Finanzkrise 2008/2009, Griechenland-Krise, Corona. Der jüngste größere Rückschlag: Ein Großkunde zog ein rund zwei Milliarden Euro schweres Mandat ab, weil er entgegen der vereinbarten Anlagepolitik eigenständig umschichten wollte. Aktuell übergibt Hendrik Leber Vertrieb und Marketing an einen neuen Sprecher der Geschäftsführung, um sich wieder stärker auf Aktienauswahl und die Weiterentwicklung der KI-Modelle zu konzentrieren.
Deine Gedanken machen den Podcast besser ↓
Das System
Märkte/Assets: Globale Aktienstrategie über mehrere Fonds und Mandate (u.a. Acatis Aktien Global, Acatis US Equity, Altersvorsorge Depot ETF, ein Segment im Antea-Fonds, Acatis Global Value Total Return sowie ein kleines gehebeltes Zertifikat im Value Flex Fonds); grobe Ziel-Allokation von etwa 50% USA, 30% Europa, 10% Japan und 10% China, IT-Branche mit rund 35% gewichtet
Strategie: Klassisches Value Investing nach Buffett-Vorbild, weiterentwickelt zu “Buffett 2.0” (Einbindung moderner Wachstums- und Technologiethemen) und inzwischen “Buffett 3.0”: Eine firmeneigene KI wählt aus 300 bis 400 von den Portfoliomanagern vorselektierten Aktien die besten rund 50 aus
Edge: Ein exklusives, gemeinsam mit Professor Steven Penman entwickeltes bilanzbasiertes Bewertungsmodell plus die TSVC-Qualitätskennzahl; zusätzlich ein eigenes KI-Team (Nasons, Lugano) mit einem Modell, das rein auf quantitativen Fundamentaldaten statt nur auf Kursdaten basiert, tausende mögliche Marktszenarien simuliert und über einen evolutionären Optimierungsalgorithmus stabile Portfolien bildet
Entscheidungslogik: Zehnjährige DCF-Modellierung (Umsatz, Kapitalumschlag, operatives Einkommen, hypothetischer Steuersatz), daraus wird per Zielwertsuche der implizite Renditesatz ermittelt (meist 8-9%, bei teuren Aktien nur rund 4%); ergänzt um qualitative Filter wie Marktanteilsgewinne und Ertragsqualität; von Backtests hält Hendrik Leber nichts, stattdessen Bewertung über die Qualität der Portfolio-Verteilungen und mitlaufende Testportfolios
Risiko: Erfolg wird über zwei Kennzahlen gemessen - Hit Ratio (Trefferquote) und Performance Ratio (Renditehöhe im Trefferfall) -, monatlich pro Fonds; bewusster Verzicht auf Markowitz-Optimierung (”eine wackelige Geschichte”), stattdessen grobe Kontinent- und Branchenquoten als Leitplanken
Hier lernen & wachsen alle, die handeln:
Der Mensch
Hendrik Leber begegnet Marktzyklen auffallend rational und unaufgeregt: “Mich haut so schnell nichts um, weil ich habe alle Krisen schon einmal gesehen” - dafür aber auch nicht euphorisch, wenn es gerade gut läuft. Sein emotionalster jüngerer Rückschlag war der Verlust eines milliardenschweren Mandats, weil ein Großkunde vom gemeinsam vereinbarten Kurs abwich: “Hätte ich das besser machen können? Wahrscheinlich nicht.” Auffällig ist seine fast persönliche Bewunderung für Warren Buffett als Vorbild - weniger wegen dessen Erfolgs, sondern weil dieser sein Wissen kostenlos teilt:
„Ich finde das unglaublich.”
Aktuell befindet er sich bewusst im Übergang: Er gibt Kontrolle über Vertrieb und Marketing ab, um sich auf das zu konzentrieren, was ihm am meisten Freude macht - die Auswahl von Aktien und die Arbeit mit den eigenen KI-Agenten.
Nicht nur hören. Frag nach.
Suche konkrete Aussagen von Hendrik Leber – oder vergleiche seine Sicht auf KI, Value Investing, ETFs und Bitcoin mit anderen Gästen.
Keine erfundenen Antworten. Sondern das Wissen aus den Bulle-&-Mensch-Gesprächen, direkt zum Original zurückverfolgbar.
👉 Nicht nur hören. Nutzen.
✓ Buchtipps aller Podcast Gäste
✓ Entdecke die Top-Strategien aus der Bestenliste
✓ Strategien im Einsatz im [Bulle & Mensch] Bestenliste wikifolio
✓ Projekt unterstützen und Community stärken.
✓ Abonniere den YouTube Kanal
Haftungsausschluss:
Die Inhalte von [Bulle & Mensch] dienen ausschließlich der Information und Bildung. Sie stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar.
Die geäußerten Ansichten und Strategien unserer Gäste basieren auf deren persönlichen Erfahrungen. Sie sind deren eigene Meinungen und spiegeln nicht zwangsläufig die Ansichten von [Bulle & Mensch] wider. Es besteht keine rechtliche Verbindung zu den Gästen. https://www.bulle-mensch.eu/disclaimer
Hinweis:
Die mit * gekennzeichneten Links sind Partnerlinks. Wenn du darüber etwas kaufst oder abschließt, erhalten wir eine kleine Provision - für dich natürlich ohne Mehrkosten. Damit unterstützt du direkt [Bulle & Mensch]. Vielen Dank!
![[Bulle & Mensch]](https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!GYy0!,w_40,h_40,c_fill,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Ffe046c2d-1798-4f81-8bb6-3516742111c2_256x256.png)
![[Bulle & Mensch]](https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!qG-R!,e_trim:10:white/e_trim:10:transparent/h_130,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F14aa4df0-6af6-4da4-81f3-924133e1fb13_5635x1079.png)








