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Transkript

37 Jahre Börse: Warum ein 20% Stop-Loss meine einzige Lebensversicherung ist

Uwe Jännert (gordongecko74) hat in 37 Jahren an der Börse die Transformation vom riskanten „Hebelkönig“ zum weisen Architekten des wikifolios „BaumbergMomentum“ vollzogen.

Er hat dabei mehrere Marktzyklen sowie massive private Krisen überstanden. Er ist kein Theoretiker, sondern ein Praktiker der deutschen Nebenwerte-Szene, dessen Erfolg auf einer gnadenlosen Selbstreflexion und der Fähigkeit basiert, seine Meinung in Sekunden zu drehen, wenn die Fakten sich ändern.⁠

► Ressourcen & Links

Hier ist sein Track Record live einsehbar:

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► Uwes Literatur-Shortlist

► Prägende Einflüsse

  • Dr. Markus Elsesser*: Inspiration für die „persönliche Bilanzierung“ zur Selbstreflexion.

  • Heiko Thieme*: Mentaler Anker für Optimismus in Bärenmärkten.

  • Christian Röhl*: Quelle für tiefgreifende Analysen wirtschaftlicher Zusammenhänge.


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Keine Zeit? Hier ist die Essenz ↓


Im Gespräch mit Uwe Jännert

Uwe Jännert ist ein Urgestein der deutschen Nebenwerte-Szene. Mit 14 kaufte er seine erste Aktie, durchlief Stationen als Bankberater, Eigenhändler und Vorstand einer Beteiligungsgesellschaft. Heute verwaltet er unter anderem das wikifolio BaumbergMomentum und ist bekannt für seine tiefe Expertise in deutschen Sondersituationen und Small Caps.

00:00:00 - Intro: 37 Jahre Markterfahrung und die 50%-Regel
00:03:53 - Die Anfänge: Erste Aktie (Trinkaus & Burkhardt) mit 14 Jahren
00:07:59 - Börse in den 80ern: Physische Urkunden, Gebühren und der Kassakurs
00:17:37 - Die Ära der Optionsscheine: Videotext-Tafeln und 5-Tage-Trading
00:23:51 - Der Neue Markt: Goldgräberstimmung, Neuemissionen und 3-Sat-Börse
00:27:30 - Investment-Lehren: Peter Lynch, Warren Buffett und Bijou Brigitte
00:32:24 - Überleben im Crash: Disziplin durch Stops am Neuen Markt
00:43:12 - Informationsbeschaffung: Roadshows, Konferenzen und der Austausch mit Vorständen
00:51:53 - Deep Dive Hauptversammlungen: Strategische Signale und Übernahme-Indizien
01:06:18 - Analyse-Prozess: Cashflow, 5-Jahresplanung und der „Mittelstand-Indikator“
01:15:15 - Der Investment-Trigger: Insiderkäufe (Beispiel Sixt) und Momentum
01:22:01 - Fokus Nebenwerte: DAX, MDAX, SDAX und die Liquidität im Wikifolio
01:37:33 - Risikomanagement: 20%-Stop als Lebensversicherung und Trading-Stops
01:53:00 - Kontinuierliches Lernen: Trading-Tagebuch und persönliche Bilanzierung
02:05:21 - Outro: „Sei wie Bambus“ – Moneymanagement und Flexibilität

Aufnahmedatum: 31.03.2026

Die Essenz der Folge

  • Hebel sind eine Droge für kleine Depots: Der Drang, mit wenig Geld viel zu bewegen, führt meist zum Totalverlust. Uwe lernte das durch ein wertloses Knock-out auf einen ausländischen Basiswert.

  • Sondersituationen als „Easy Money“: Früher waren Übernahmen mit Garantiezinsen oft höher verzinst als die Kreditzinsen für das Depot – eine Arbitrage-Situation, die heute kaum noch existiert.

  • Netzwerk schlägt Screener: Wahre Insights kommen nicht aus dem Chart, sondern aus dem Abgleich mit einem Inner Circle von Experten, die Schwachstellen (wie fehlendes FX-Hedging) offen ansprechen.

  • Small Cap Disziplin: Wer in Nebenwerten fischt, muss geräuschlos ein- und aussteigen können. Wenn du der einzige Käufer am Tag bist, hast du ein Liquiditätsproblem, kein Investment.

  • Der „Bambus-Ansatz“: Sei flexibel in deinen Meinungen, aber breche niemals bei deinem Money Management. Ein Depot, das einmal „bricht“, kommt nicht zurück.


Wenn du verstehen willst, wie Profis wirklich handeln:


Die Story hinter dem Gast

Uwes Weg begann 1988 mit 1.000 Mark Konformationsgeld und einer effektiven Aktie von Trinkhaus & Burkhardt. Inspiriert vom Film Wall Street, wollte er eigentlich Makler werden, landete aber in der Bankenausbildung einer Sparkasse, wo er Abrechnungen der Wertpapierabteilung kuvertierte. Der wahre Wendepunkt war jedoch privater Natur: Als beide Eltern gleichzeitig zu Pflegefällen wurden, musste er sein Leben neu ordnen – wikifolio wurde in dieser Zeit zum Ventil und zur neuen beruflichen Säule.

Das System

Uwe Jännert operiert primär im DACH-Raum (MDAX, SDAX, Prime Standard). Sein System ist kein starrer Algorithmus, sondern ein mehrstufiger Filterprozess:

1. Der Trigger (Das Signal): Alles beginnt mit Aufmerksamkeit. Er scannt den Markt nach „Skin in the Game“ – Insider-Käufen oder signifikanten Ad-hoc-Meldungen. Wenn ein CEO eigenes Geld investiert, ist das für Uwe der Startschuss zur Analyse.

2. Die fundamentale Verifizierung: Hier nutzt er das Handwerkszeug von Nicolas Schmidlin. Er prüft: Hat das Unternehmen positiven Cashflow? Wie zuverlässig war das Management in der Vergangenheit? Er sucht die Diskrepanz zwischen Story und nackten Zahlen.

3. Das operative „Bambus-Prinzip“: Das ist sein Alleinstellungsmerkmal. Uwe „heiratet“ keine Aktien. Er ist mental extrem elastisch: Wenn sich die Fakten ändern, dreht er seine Meinung in Sekunden. Er nennt es den Bambus-Ansatz: „Biegbar, aber unzerbrechlich.“ Er passt sich dem Wind (Markt) an, aber lässt niemals zu, dass sein Depot „bricht“ (Totalverlust).

Je öfter du mir etwas in der Vergangenheit bewiesen hast, umso mehr glaube ich dir deine Planung für die Zukunft.

4. Risikomanagement: Uwe handelt heute defensiv. Seine wichtigste Regel: Das Moneymanagement ist heilig. Ein Drawdown darf niemals das psychologische oder finanzielle Rückgrat zerstören.


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Der Mensch

Hinter der Fassade des analytischen Traders steckt jemand, der die Schmerzen von vier Jahren Seitwärtsphase (2021-2025) offen zugibt. Er bereut es, in seinem wikifolio keine Gold- oder Short-Instrumente freigeschaltet zu haben – eine Entscheidung für „reine Aktien“, die ihn Rendite kostete.

Sein wichtigster Leitsatz am Bildschirm:

Sei wie Bambus, sei flexibel, aber breche niemals.

Das bedeutet: Nur weil eine Aktie vor einem halben Jahr „schlecht“ war, heißt das nicht, dass man sie heute nicht wieder kaufen kann, wenn sich die Fakten geändert haben. Starrheit ist an der Börse tödlich; nur wer sich biegt, überlebt den Sturm.

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