Dr. Carmen Mayer ist Biochemikerin, zweifache Mutter, und handelt heute ein siebenstelliges Depot mit dem Ziel, Milliardärin zu werden. Was sie nicht tut: Bloomberg lesen, den Ölpreis verfolgen, Wirtschaftswoche anrühren. Ihre These ist radikal einfach – und deshalb funktioniert sie.
Der Satz, den sie sich an ihren Bildschirm kleben würde, egal wie der Markt läuft:
„Nie mehr als 30 % Verlust pro Aktie.”
Das ist ihr ganzes Risikomanagement. Nicht mehr. Nicht weniger.
► Hier findest du Carmen:
► Buchtipps von Carmen:
► Ressourcen & Tools:
TradingView* – Charts, technische Analyse
Finviz – Heatmap und Stock-Screener
Eigenes Excel-Tool – 5 Fundamentalkennzahlen über 10 Jahre, intern entwickelt von ihr und ihrem Mann Markus
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Im Gespräch mit Dr. Carmen Mayer
Carmen Mayer hat nicht an der Wirtschaftsuni gelernt, wie Märkte funktionieren. Sie hat es sich selbst beigebracht – mit 2.000 Euro Startkapital, das ihr Mann ihr 2017 über den Tisch schob. Damals war sie schwanger, arbeitete für einen Schweizer Pharmakonzern, und wollte sich ein Haus in München kaufen. Beides zusammen – Top-Gehalt, Doppelverdiener – reichte nicht. Also hat sie die Spielregeln gewechselt.
Heute betreibt sie einen der bekanntesten Finanzpodcasts im deutschsprachigen Raum, hat ein Buch geschrieben, das sich zu den Bestsellern im Campus Verlag zählt, und unterrichtet Aktienhandel – vornehmlich für Frauen. Ihr Ansatz: technische Analyse kombiniert mit Fundamentalanalyse. Ihr Edge: Ruhe, Systemtreue und ein klarer Blick für Outperformance-Aktien am US-Markt.
Warum relevant? Weil Carmen Mayer eine der wenigen ist, die nicht nur über Renditen reden, sondern sie auch dokumentieren – mit eigenem siebenstelligem Depot, eigenem Risiko, eigener Haftung.
Kapitel:
Aufnahmedatum: 21. Mai 2026
Kennst du jemanden, der das wissen muss?
Die Essenz der Folge
Einfachheit ist eine Strategie, keine Schwäche. Carmen liest keine Nachrichten. Kein Handelsblatt, keine Wirtschaftswoche. Sie sagt: „Die Redakteure verstehen Börse oft selbst nicht – und sie vergessen das große Bild.” Ihr großes Bild: seit 2008 Bullenmarkt in Amerika. Alles andere ist Lärm.
Der MSCI World ist für sie keine Option – und sie sagt es direkt. „Ich würde den auch nie kaufen. Man sieht auf den ersten Blick, dass es so viel Besseres gibt.” Das ist keine Clickbait-Provokation, sondern das Ergebnis eines klaren Auswahlprozesses: Outperformance-Aktien mit starken Fundamentaldaten schlagen den Index historisch. Wer das akzeptiert, muss bereit sein, aktiv zu sein.
Kein Stop-Loss im Markt – aber eine innere Exitregel. Sie arbeitet nicht mit gesetzten Stops. Stattdessen beobachtet sie Kerzen, reagiert auf Kontext und schließt Positionen aktiv. Der Grund: Stops holen raus, wenn der Markt kurz zuckt – und dann fehlt man der Bewegung. Ihr Lernmoment aus dem Yen-Carry-Trade-Crash im August 2024: Am Paniktag nicht reinschauen. Zwei, drei Tage warten. „Mein Gott, 10, vielleicht 15 Prozent. Das killt uns nicht.”
Depotgröße und Mentalität wachsen nicht automatisch zusammen. Bei 100.000 Euro im Depot hat Carmen zwei Konten eröffnet – weil sie die Zahl nicht mehr sehen wollte. Das war das Jahresgehalt aus ihrer Angestelltenzeit. Erst als ihr Unternehmen siebenstelligen Umsatz machte, war die 100.000 mental kein Thema mehr. Die Glasdecke ist real. Sie ist nur bei jedem woanders.
Der Unterschied zwischen Frauen und Männern an der Börse liegt im Ego. Aus ihrer Coaching-Erfahrung mit hunderten Teilnehmern: Frauen halten sich mehr an Regeln, kommen nicht in Aktionismus, können emotionale Verluste annehmen und loslassen. Männer tendieren dazu, gegen den Trend zu handeln und zu früh Gewinne mitzunehmen. Das ist kein Urteil – es ist ein beobachtetes Muster.
Fundamentalanalyse ist ihr Auswahlfilter, technische Analyse ihr Einstiegssignal. Sie schaut sich fünf Kennzahlen über zehn Jahre an. Dann die Kursentwicklung der letzten fünf Jahre. Eine Microsoft – seit Februar schwach – kommt ihr nicht ins Depot. Was sie sucht: Unternehmen, die fundamental und technisch eine klare Outperformance zeigen. Der US-Markt ist gesetzt – wegen Liquidität.
KI nutzt sie als Sparringspartner, nicht als Entscheider. Ein konkretes Beispiel: KI hat ihr geraten, outperformende Aktien stärker zu gewichten statt gleichzugewichten. Das hat ihre Performance verbessert. Gleichzeitig: „KI ist sehr auf Sicherheit ausgerichtet. Das ist nicht meine Strategie.”
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Die Story hinter dem Gast
2017 sitzt Carmen Mayer hochschwanger in einer Münchner Zwei-Zimmer-Wohnung und schaut sich Immobilienanzeigen an. Sie und ihr Mann sind Doppelverdiener. Sie ist promovierte Biochemikerin. Trotzdem: Ein Haus in München ist nicht drin. Das ärgert sie grundlegend.
Ihr Mann gibt ihr 2.000 Euro. „Carmen, fang endlich an.”
Sie fängt an. Liest Bücher. Geht auf Seminare. Stößt dabei auf einen Kurs, bei dem sie erstaunt feststellt, dass die anderen Teilnehmer – allesamt Männer – Charts schlechter lesen als sie, zu früh Gewinne mitnehmen, gegen Trends handeln. Der Kursleiter nimmt sie beiseite: „Carmen, du musst unterrichten.”
Sie: „Aber ich bin Biochemikerin.”
Er: „Siehst du ja, hier im Kurs, was das bringt.”
Im September 2019 startet sie ihren Podcast. Ende Oktober wird ihre zweite Tochter geboren. Im März 2020 crasht Corona den Markt. Sie verkauft alles – weil sie Viren versteht, weil sie zwei große Abwärtskerzen sieht, weil sie die Tragweite des Lockdowns einschätzen kann. In der Gegenbewegung geht sie raus. Ihr Freund, ebenfalls erfolgreicher Anleger, bleibt drin und steigt am Tief aus. Er sagt hinterher: „Du hast es damals richtig gemacht.”
Im Lockdown entwickelt ihr Mann ein Excel-Tool für die Fundamentalanalyse. Sie baut ihr Coaching-Angebot auf. Fünf erste Kunden. Dann mehr. Dann Webinare mit bezahlter Werbung. Seit November 2020, Monat für Monat, ohne Unterbrechung.
Letztes Jahr kauft sie das Haus am Starnberger See. Sieben Jahre nach dem Plan.
„Mein Ziel, sieben Jahre später erreicht. Die Leute sagen, das hat auch gedauert. Aber immerhin – einige erreichen es ja nie.”
Das System
Märkte und Assets
Ausschließlich US-Aktien – wegen Liquidität. Kein MSCI World. Keine deutschen Aktien als Kerninvestment. Zunehmend Optionen (Stillhaltergeschäfte) für Cashflow-Generierung aus größeren Depots. Seit neuestem: Margin (Fremdkapital) für Hebeleffekte, da Long Calls bei großen Depots an Liquiditätsgrenzen stoßen.
Strategie im Kern
Swing-Ansatz: Positionen werden gehalten, solange sie gut laufen. Kein Day Trading. Keine feste Haltedauer. Einstieg nach technischer Bestätigung eines fundamental starken Unternehmens. Ausstieg nach Einschätzung – nicht nach gesetztem Stop.
Ihr Auswahlprozess:
Fünf Fundamentalkennzahlen über zehn Jahre (eigenes Excel-Tool) – Profitabilität, Wachstum, Stabilität
Kursentwicklung der letzten fünf Jahre – klare Aufwärtstrends
Technische Chartanalyse in TradingView – Kerzen, gleitende Durchschnitte, Trends
Finviz-Heatmap zur Marktorientierung
Edge
Zwei Dinge, die sie klar benennt: erstens die Fähigkeit, Aktien laufen zu lassen – Gewinne nicht voreilig mitzunehmen. Zweitens die emotionale Distanz zu Nachrichten. Beides klingt trivial. Beides ist es nicht.
„Am Ende des Tages zählt an der Börse die Rendite. Alles andere ist egal.”
Risiko
Keine gesetzten Stops – aber eine klare innere Grenze: nie mehr als 30 % Verlust pro Aktie. Depot-seitig: lieber einmal zu viel raus als andersrum. Ihr Leitprinzip: Rule number one – don’t lose money. Hebelung ja, aber mit Grenze.
Für Teilnehmer hat sie Stops eingeführt – weil nicht jeder Mensch die emotionale Kapazität hat, eine SMCI-Position selbst zu schließen, wenn sie 60 % gefallen ist. Das ist kein Widerspruch, sondern Pragmatismus.
Ziele
Aktuell: 80 % Rendite dieses Jahr. Nächster Schritt: achtstelliges Depot. Endziel: Milliardärin – mit privatem Jet, weil Fliegen sie nervt.
Hier lernen & wachsen alle, die handeln:
Der Mensch
Carmen Mayer redet schnell. Sie ist extrovertiert in einer Branche, die das oft nicht ist. Sie hat einen Doktortitel in Biochemie und hat sich trotzdem – oder gerade deshalb – getraut, über Aktien zu sprechen, obwohl Freunde und Bekannte sie fragten, was ihr denn mit ihrem Doktortitel sei.
„Mein Vermögen ist mein Proof. Ich habe jetzt kein Titel mehr dafür bekommen. Aber es gibt ein Vermögen dafür. Und das ist mein Proof.”
Die Glasdecke kennt sie aus eigener Erfahrung. Bei 100.000 Euro im Depot öffnete sie ein zweites Konto – nur um die Zahl nicht mehr zu sehen. Der Übergang zu siebenstelligen Depots war nicht linear: Er kam, als ihre mentale Referenz durch ihr wachsendes Unternehmen verschoben wurde. 100.000 Euro – einmal ihr Jahresgehalt – war plötzlich ihr Monatsumsatz. Dann war die Depotgröße kein Thema mehr.
Der August-Crash 2024 (Yen-Carry-Trade) hat sie erwischt. Ihre Community rief an. Sie ging raus. Am nächsten Tag war alles wieder oben. Sie hat sich geärgert – und beschlossen: An Paniktagen schaut sie nicht rein. Zwei, drei Tage Abstand. Das Depot überlebt das.
Was sie anders macht als viele im Raum: Sie verbindet Analyse konsequent mit Persönlichkeitsarbeit. Affirmationen, energetische Arbeit, persönliche Coaches, Human Design. Das klingt für analytisch geprägte Anleger fremdartig. Ihr Argument ist einfach: Wenn du mental nicht in der Lage bist, mit großen Zahlen umzugehen, wirst du an der Glasdecke scheitern – egal wie gut dein System ist.
„Diese on demand Welt zerstört eigentlich unsere Entwicklung. Wir müssen uns davon loslösen.”
Sie hat nicht die Rolex gewollt. Nicht den Porsche. Ihr Ziel war das Haus für die Familie. Das war der Container, wie sie es nennt – groß genug, um daran zu wachsen. Das Haus ist jetzt da. Der nächste Container ist die Milliarde. Was der Demand dahinter ist, weiß sie noch nicht ganz. Aber sie sucht ihn – das ist der Punkt.
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